Aktuelles zum Arbeitsrecht

Ein die Befristung eines Arbeitsvertrags rechtfertigender sachlicher Grund liegt nach § 14 I 2 Nr.3 TzBfG vor, wenn der Arbeitnehmer zur Vertretung eines anderen Arbeitnehmers beschäftigt wird. Der Sachgrund der Vertretung setzt eine Prognose über den voraussichtlichen Wegfalls des Vertretungsbedarfs durch die Rückkehr des zu vertretenden Mitarbeiters voraus.

(BAG, Urteil v. 29.04.2015-7 AZR 310/13; NZA 2015, 928)

Aktuelles zum Verkehrsrecht

Ist nach einer einmaligen Trunkenheitsfahrt mit einer BAK von weniger als 1,6 Promille die Fahrerlaubnis durch das Strafgericht entzogen worden, darf die Fahrerlaubnisbehörde die Neuerteilung der Fahrerlaubnis nicht allein wegen dieser Fahrerlaubnisentziehung von der Beibringung eines positiven MPU-Gutachtens abhängig maschen. Anders liegt es, wenn zusätzliche Tatsachen die Annahme künftigen Alkoholmissbrauchs begründen.

(OVG des Saarlandes, Urt. v. 04.07.2018-1 A 405/17)

Aktuelles zum Verkehrsrecht

Die permanente und anlasslose Dashcam-Aufzeichnung des Verkehrsgeschehens ist mit den datenschutzrechtlichen Regelungen des Bundesdatenschutzgesetzes nicht vereinbar.
Die Verwertung von Dashcam-Aufzeichnungen, die ein Unfallbeteiligter vom Unfallgeschehen gefertigt hat, ist dennoch als Beweismittel im Unfallhaftpflichtprozess zulässig.

(BGH, Urt. v. 15.05.2018-VI ZR 233/17)

Aktuelles zum Verkehrsrecht

Die Überschreitung der Richtgeschwindigkeit auf Autobahnen um 70 km/h vermag auch im Fall eines unzulässigen Spurwechsels eine Anrechnung der Betriebsgefahr im Umfang von 30% zu rechtfertigen.

(OLG Düsseldorf, Urt. v. 21.11.2017-I-1 U 44/17)

Aktuelles zum Arbeitsrecht

Die Entziehung der Fahrerlaubnis eines Berufskraftfahrers ist an sich geeignet, einen wichtigen Grund zur außerordentlichen Kündigung abzugeben. Dies gilt auch für den Fall, dass die Entziehung der Fahrerlaubnis infolge einer privaten Trunkenheitsfahrt erfolgte.

(LAG Schleswig-Holstein, Urteil vom 03.07.2014- NZA-RR 2014,582)

Aktuelles zum Arbeitsrecht

Wird die Zahlung eines 13. Gehalts im Arbeitsvertrag als „freiwillige Leistung“ bezeichnet, so genügt dieser Hinweis für sich genommen nicht, um einen Anspruch auf die Leistung auszuschließen.

(BAG Urteil vom 17.04.2013- 10 AZR 281/12)

Aktuelles zum Arbeitsrecht

Allein die Bezeichnung eines Weihnachtsgeldes im Arbeitsvertrag als „freiwillige soziale Leistung“ genügt für sich genommen nicht, um einen Rechtsanspruch auszuschließen.

(BAG Urteil vom 20,02.2013-10 AZR 177/12)

Aktuelles zum Verkehrsrecht

Wird beim Ein- oder Aussteigen ein anderer Verkehrsteilnehmer geschädigt, so spricht bereits der Beweis des ersten Anscheins für eine Sorgfaltspflichtverletzung des ein- oder Aussteigenden.

(AG Hamburg, Urt. v. 12.01.2017- 31b C 150/16)

Aktuelles zum Verkehrsrecht

Das Transportieren des Telefons mit der Hand von einer Ablage im Fahrzeug in die Ladeschale während der Fahrt erfüllt nicht den Tatbestand des §§ 23 Abs.1a StVO.

(AG Landstuhl. Urt. v. 06.02.2017- 2 OWi 4286 Js 12961/16)

Aktuelles zum Verkehrsrecht

Bei einer Überschreitung der Richtgeschwindigkeit ist grundsätzlich davon auszugehen, dass der Unfall nicht unvermeidbar war. Nur wer die Richtgeschwindigkeit einhält, verhält sich als  „Idealfahrer“. Wer schneller als 130 km/h fährt, vergrößert in haftungsrelevanter Weise die Gefahr, dass sich ein anderer Verkehrsteilnehmer auf diese Fahrweise nicht einstellt, insbesondere die Geschwindigkeit unterschätzt.

(BGH Urteil vom 17.03.1992- VI ZR 62/81 NJW 1992, 1684)